Wilde Zeiten und wilde Tiere

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Vor 20 Jahren beginnt der Landschafts-Förderverein mit der Müllbeseitigung auf dem ehemaligen militärischen Übungsgelände im Glauer Tal. Künftig sollen Rotwild, Damwild und Muffelwild das über Jahrzehnte von Panzern geprägte Gelände pflegen. Land in Sicht erinnert an die Anfänge des Offenlandprojekts.

Panzer fahren schon lange nicht mehr. Die russische Garnison in der Friedensstadt Glau ist im Jahr 1997 längst geräumt. Das zugehörige Panzer-Übungsgelände im Glauer Tal liegt verlassen und teilweise noch hinter Stacheldraht versteckt. Schon haben zahlreiche kleine Kiefernsämlinge erfolgreich ihre Wurzeln in die offenen Sandflächen gesetzt. Die über Jahre ungenutzten Gebäude sind dem Verfall preisgegeben. Das inzwischen frei zugängliche Gelände wird für die illegale kostenfreie Entsorgung von Sondermüll genutzt. Liebhaber militärischer Objekte gehen hier auf die Suche und werden hin und wieder fündig.

Weite Teile des Areals sind schützenswerter Lebensraum, denn die vegetationsfreien und nährstoffarmen Sandflächen sind in unserer heutigen Kulturlandschaft ausschließlich auf solchen außergewöhnlich genutzten Gebieten zu finden. Diese seltenen Lebensräume der Offenlandschaft mit ihrer ganz speziellen Artenausstattung sollen im Glauer Tal künftig geschützt und erhalten werden. Nach Erfassung der hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten wird das ökologische Potenzial bewertet und naturschutzfachliche Zielstellungen für die Flächen formuliert. Herausragendes Ziel des entstandenen Pflege- und Entwicklungsplans ist die Erhaltung der Sandoffenflächen und Feuchtwiesen. Allerdings birgt das Gelände auch unbekannte Risiken, denn niemand kennt die noch vorhandenen Altlasten. Trotz der zu dem Zeitpunkt unklaren Umsetzungsmaßnahmen wird die Unterschutzstellung des Glauer Tals als Naturschutzgebiet beantragt.

Der Landschafts-Förderverein entwickelt aus einer »wilden Idee« ein »wildes Konzept« für die Fläche, das die Entscheidungsträger der Vermarktung der Liegenschaft überzeugt – Landschaftspflege mit Wildtieren in Verbindung mit Wissenschaft und Tourismus. Das Land Brandenburg fördert das Projekt zur Erhaltung des Offenlandes im Glauer Tal mit Zuwendungen für den Erwerb der Liegenschaft, die Umzäunung zum Schutz der Flächen, die ausbruchsichere Unterbringung der Tiere und die Kampfmittelbeseitigung.

Ein Jahr später, also vor genau 20 Jahren, ist Projektbeginn – der Landschafts-Förderverein startet mit der Einrichtung der Flächen. Die Müllbeseitigung ist allerdings nicht Teil der Förderung. In Eigenleistung erfolgt die Beräumung des Geländes und ungezählte Anhängerladungen werden entsorgt. Später beseitigt der Verein zudem die noch vorhandenen Gebäuderuinen und Betonflächen auf dem Gelände.

Im Herbst 1998 ist es dann soweit, 60 wilde Tiere der Arten Rotwild, Damwild und Muffelwild werden als Landschaftspfleger eingestellt. Der Landschafts-Förderverein muss den Betrieb nun ausschließlich mit Eigenmitteln sicherstellen und öffnet im Frühjahr 1999 das »Wildgehege Glauer Tal« für Besucher.

Peter Koch, Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V.
Beitrag aus der Land ins Sicht 2018, die komplette Ausgabe erhalten Sie im NaturParkZentrum am Wildgehege Glauer Tal

NaturParkZentrum am Wildgehege Glauer Tal

Glauer Tal 1
14959 Trebbin OT Blankensee
Tel.: 033731/ 700 460 Fax: 033731 / 700 461
Mail: mail@besucherzentrum-glau.de

Anfahrt:
Hier finden Sie Details für Ihre Anreise.

Öffnungszeiten:
täglich von 10-17 Uhr
letzter Einlass ins Wildgehege 16 Uhr (November-Februar)

Öffnungszeiten vom 26.12.2018 – 01.01.2019:
Täglich 11-15 Uhr


Eintritt ins Wildgehege
erfolgt über das NaturParkZentrum

Erwachsene: 4 Euro
Ermäßigt: 1,50 Euro
Hund: 1 Euro
Rabatt mit: Familienpass oder
Trebbin Card

Hier geht es zu unseren Angeboten.

Restaurant "Landluft":
vorübergehend geschlossen

Wir bieten ein eingeschränktes Angebot mit hausgemachtem Kuchen vom Hofcafé Stangenhagen sowie warmen und kalten Getränken an.


Regionalladen im NaturParkZentrum
Öffnungszeiten: tägl. 10-17 Uhr

   

Öffentliche Toiletten