Naturpark Nuthe Nieplitz

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Interview mit der Vereinsvorsitzenden Christa Schmid

Christa Schmid ist seit 2013 Vorstandsvorsitzende des Landschafts-Fördervereins Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V. Sie ist diplomierte Landschaftsplanerin mit langjähriger Berufserfahrung in den Bereichen Landschafts-, Naturschutz- und Eingriffsplanung. Sie wohnt mit ihrem Mann in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal im Ortsteil Berkenbrück und betreibt mit ihm das Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung „UmLand“.

Liebe Frau Schmid, seit wann engagieren Sie sich für die Region und was ist Ihre alltägliche Motivation?

Christa Schmid: Alles hat vor 25 Jahren mit meiner Diplomarbeit begonnen. Mein Professor machte mich mit Karl Decruppe bekannt, der damals begann, sich für den Erhalt der Natur in der Nuthe-Nieplitz-Niederung stark zu machen. Karl ermöglichte es mir, meine Diplomarbeit über Tourismuskonzepte im Landschafts-Förderverein zu schreiben. In dieser Zeit war ich täglich mit Karl in der Natur unterwegs und ich verliebte mich in die Region. Nachdem ich meine Diplomarbeit abgeschlossen hatte, ergab sich für mich im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes die Möglichkeit, hauptamtlich für den Landschafts-Förderverein tätig zu werden. Vier Jahre lang entwickelte ich ein integriertes Tourismuskonzept für das Großschutzprojekt. Mit dem Abschluss des Projekts wechselte ich dann in den Vorstand und bin seither ehrenamtlich für den Verein tätig.

Können Sie abschätzen, wie viele Stunden Sie in einer durchschnittlichen Woche für den Landschafts-Förderverein aufbringen?

Christa Schmid: Das ist natürlich abhängig von der aktuellen Situation. Oft habe ich allerdings das Gefühl, dass ich hauptamtlich für den Landschafts-Förderverein tätig bin (lacht). Ich bin täglich in Kontakt mit den Vereinsmitarbeitern. Sie informieren mich über aktuelle Entwicklungen und stimmen ihr weiteres Vorgehen mit mir ab.

Wie funktioniert der Landschafts-Förderverein? Welche Vereinsstrukturen existieren und wie werden Entscheidungen getroffen?

Christa Schmid: Die Basis bilden unsere Vereinsmitglieder. Dabei unterscheiden wir zwischen Vollmitgliedern und Fördermitgliedern. Zurzeit besteht der Landschafts-Förderverein aus 61 Vollmitgliedern aus Landwirtschaft, Forst, Kommunen, Behörden und Wissenschaft sowie 164 Fördermitgliedern und 221 Baumpaten. Die Versammlung der Vollmitglieder ist das oberste Vereinsorgan. Sie bestimmen den Vereinsvorstand, können Satzungsänderungen vornehmen und führen die jährliche Kassenprüfung und Entlastung des Vorstands durch. Der Vorstand besteht aus sieben Personen, die ehrenamtlich die Geschäfte des Vereins führen. Der Vereinsvorstand ist wiederum berechtigt, hauptamtliche Mitarbeiter zu beschäftigen und sie mit der Durchführung der satzungsmäßigen Aufgaben zu betrauen. Zurzeit beschäftigt der Landschafts-Förderverein 10 hauptamtliche Mitarbeiter, die Fachleute in unterschiedlichen Bereichen – von Landschaftspflege über Buchhaltung bis hin zu Tourismus – sind. Die Mitarbeiter sind in der Regel im Rahmen von Projekten angestellt. Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern engagieren sich auch immer wieder Ehrenamtliche für den Verein, wie zum Beispiel die Mitglieder unserer Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft unterstützen zum Beispiel aktiv das Steinkauzprojekt. Sie begleiten das Projekt wissenschaftlich, helfen bei der Beringung der jungen Steinkäuze und bei der Auswilderung.

Mit welchen Problemen kämpfen Sie und Ihre Mitarbeiter im Berufsalltag?

Christa Schmid: Das wohl größte - und leider auch existenzielle - Problem ist immer wieder die Finanzierung unserer Arbeit. Leider können wir nur einen kleinen Teil unserer Arbeit durch die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Der weitaus größere Teil wird im Rahmen von zeitlich beschränkter Projektarbeit durch Fördergelder von Bund, Land oder der EU finanziert. Die Vergabe der Gelder ist an Förderrichtlinien gebunden, die in regelmäßigen Abständen geändert werden. Läuft ein Projekt aus und es findet sich zum Beispiel aufgrund geänderter Förderrichtlinien keine Anschlussfinanzierung, steht oftmals der Erfolg jahrelanger Arbeit auf dem Spiel. Das macht eine kontinuierliche Arbeit, die insbesondere im Bereich Natur- und Umweltschutz wichtig ist, sehr schwer. Auch für die Mitarbeiter ist es immer wieder ungewiss, ob Ihr Arbeitsplatz nach Ablauf des aktuellen Projekts erhalten bleiben kann. So zum Beispiel aktuell bei unseren Mitarbeitern im NaturParkZentrum. Das bereitet uns schon oft schlaflose Nächte…

Was müsste passieren, damit Sie und Ihre Mitarbeiter weniger schlaflose Nächte verbringen müssen?

Christa Schmid: Ich denke ein klares Bekenntnis seitens des Landes Brandenburg und der Landkreise – unsere Arbeitsbereiche liegen ja in Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming – für die Naturschutzarbeit in Brandenburgs Naturparken wäre sehr wichtig. Wenn aktiver Naturschutz in Brandenburg gewünscht ist, muss die Politik die Rahmenbedingungen dafür verbessern. Dennoch gibt es natürlich auch Maßnahmen, die wir als Verein selbst ergreifen können. In der Zukunft müssen wir den Verein finanziell auf breitere Beine stellen. Neben den Mitgliedsbeiträgen und den Fördergeldern, möchten wir vermehrt Spender, Paten und Sponsoren für unsere Arbeit gewinnen. Je breiter wir aufgestellt sind, desto besser.

In den vergangenen 25 Jahren hat der Verein die Entwicklung der Nuthe-Nieplitz-Region im Rahmen von zahlreichen Projekten mitgestaltet. Welche Maßnahmen und Projekte sind zurückblickend für Sie die wichtigsten gewesen?

Christa Schmid: Am wichtigsten ist zurückblickend auf jeden Fall das Naturschutzgroßprojekt Nuthe-Nieplitz-Niederung, das 1992 bis 2004 bei uns als erstes Naturschutzgroßprojekt Brandenburgs durchgeführt wurde. Ziel war und ist es, die durch intensive Nutzung zerstörten Wiesen, Moore, Seen und Wälder zu renaturieren und vorhandene Lebensräume mit hoher Bedeutung für den Naturschutz zu erhalten und zu sichern. Im Rahmen des Projekts wurden 15,4 Millionen Euro überwiegend für den Flächenkauf eingesetzt – Geld, das an die damaligen Eigentümer floss und somit in der Region blieb. Für die Flächen wurde ein parzellengenauer Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet. 1995 konnte die Nuthe-Nieplitz-Niederung als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden und 1999 wurde der Naturpark Nuthe-Nieplitz ausgerufen. Zwei Meilensteine, die unsere heutige Arbeit maßgeblich beeinflussen.

Welche aktuellen Vereinsprojekte liegen Ihnen zurzeit besonders am Herzen?

Christa Schmid: Neben dem Steinkauzprojekt und dem NaturParkZentrum liegt mir das Moorschutzprojekt besonders am Herzen. Der Moorschutz war ein besonderes Anliegen vom langjährigen Vereinsvorsitzenden Karl Decruppe, der 2013 nach schwerer Krankheit verstarb. Wir, der Vorstand und alle Mitarbeiter, fühlen uns verpflichtet, den Moorschutz in der Nuthe-Nieplitz-Niederung in Karls Sinne weiterzuführen.

Wie können Interessenten Ihre Vereinsarbeit unterstützen?

Christa Schmid: Es gibt unterschiedliche Wege. Mit einer Fördermitgliedschaft, einer Patenschaft oder Spende kann man unsere Arbeit finanziell unterstützen. Aber auch über ehrenamtliche Mitarbeit freuen wir uns sehr. Meine Kollegin Roswitha Schmidt – unter anderem zuständig für die Mitgliederbetreuung – berät Interessenten sehr gerne über die vielfältigen Möglichkeiten.

Was wünschen Sie sich für die nächsten 25 Jahre des Landschafts-Fördervereins Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V.?

Christa Schmid: Ich hoffe, dass unsere Arbeit auch in den nächsten Jahren dazu beiträgt, die Artenvielfalt der Region zu bewahren. Heute sind viele Arten durch intensive Landwirtschaft und den damit verbundenen Pestizideinsatz bedroht. Ich wünsche mir, dass die Nuthe-Nieplitz-Niederung ein Rückzugsort bleibt, in dem die Natur seinen natürlichen Reichtum bewahren kann.

Eng verbunden damit ist meine Hoffnung, dass sich auch die jüngeren Generationen für die nachhaltige Entwicklung der Region interessieren und einsetzen. Wir, die seit 25 Jahren aktiv im Landschafts-Förderverein tätig sind, sind nicht mehr die Jüngsten. Damit der Verein auch in den kommenden 25 Jahren bestand hat, bedarf es an haupt- und ehrenamtlichem Nachwuchs.

NaturParkZentrum am Wildgehege Glauer Tal

Blankensee
Glauer Tal 1
14959 Trebbin
Tel.: 033731/ 700 460 Fax: 033731 / 700 461
Mail: mail(at)besucherzentrum-glau.de

Anfahrt:
Hier finden Sie Details für Ihre Anreise.

Öffnungszeiten:
täglich von 10 - 17 Uhr


Eintritt in das Wildgehege
erfolgt über das NaturParkZentrum

Erwachsene 4 Euro
Ermäßigt 1,50 Euro
Hunde 1 Euro
Rabatt mit: Familienpass oder
Trebbin Card

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Kräuterkate Glau:
Wildkräuterlokal
Öffnungszeiten:
Do. - So. 11 - 17 Uhr
Tel.: 033731 - 700 586


Regionale Produkte im Schaufenster Naturpark
Öffnungszeiten: tägl. 10 bis 17 Uhr

   

Öffentliche Toiletten

 

Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V.

Stücken
Zauchwitzer Straße 51
14552 Michendorf
Tel.: 033204/ 42342, Fax: - 41866
Email: info(at)foerderverein-nuthe-nieplitz.de
www.foerderverein-nuthe-nieplitz.de

Naturparkverwaltung Nuthe-Nieplitz

Dobbrikow
Beelitzer Str. 24
14947 Nuthe-Urstromtal
Tel.: 033732/ 5060, Fax: - 50620
Email: np-nuthe-nieplitz(at)lfu.brandenburg.de
www.lfu.brandenburg.de

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